Einmal ans Ende der Welt und zurück – bitte!
Dezember 28, 2009
Bin mal wieder angekommen – und bleibe jetzt auch für länger.
Der Urlaub ist vorbei und es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich mal wieder dem Alltag in Dresden zu widmen. Aber schön wars… Ein bisschen habe ich ja bereits berichtet, als ich noch vor Ort weilte, hier noch einen kurzen Abriss hinterhergeschoben:
Nach einer viel zu langen Reise bin ich am 1. Dezember in Auckland angekommen. Interessante Stadt, vor allem die Kombination Wolkenkratzer-Altbau, die sich in allen Großstädten Neuseelands wiederholt, hat ihren ganz eigenen Reiz.
Von Auckland ging’s dann los mit einem gemietenen Campervan, zunächst runter nach Hamilton für 2 Tage. Dort stürmte ich die in der Nähe befindlichen Waitomo-Caves und paddelte durch die Glühwürmchen-Höhle – sensationell, konnte nur leider keine Fotos machen.
Über Raglan (total relaxter kleiner Surferort – verführt sehr zum Dableiben) ging es dann nach Turangi am Tongariro Nationalpark. Auch wenn ich aus der ganzen Wandersache total raus bin, musste ich mich wenigstens auf eine Tour begeben, die Tongariro Alpine Crossing Tour, die einen durch wilde Vulkanlandschaft und um den Gipfel des Mt. Ngauruhoe (Schicksalsberg) lotst. Ich und meine Lungen merkten sofort, dass man es bei solch einer Tour als Ungeübter nicht leicht hat, aber toll war es allemal!
In Turangi habe ich eigentlich die geselligste Zeit gehabt, im dortigen Camp mit zwei Österreichern und einem Dänen. Doch die Zeit vergeht ja bekanntlich sehr schnell, wenn man Spaß hat, so ging es nach 3 Tagen auch schon wieder weiter – nach Wellington, und von dort 2 Tage später mit der Fähre auf die Südinsel. Windy-Wellington fetzt schon, wäre da nur nicht dieser konstant mitreißende Wind.
Auf der Südinsel wurde von mir zunächst die Marlborough-Weinregion für einen Abend attackiert, Neuseeland hat neben einer sensationellen Natur auch sehr gute Weine zu bieten, doch man soll ja nicht immer alles glauben, was einem erzählt wird, deshalb überzeugte ich mich von der Qualität des Weines lieber persönlich, und – Test bestanden…Zum Ausruhen ging es dann für 3 Tage in den Abel Tasman Nationalpark, nach Motueka. Eine kleine Wanderung führte mich entlang des Abel Tasman Coast Track, natürlich nur das erste Tausendstel der Strecke, in der Appletree-Bay legte ich mich dann lang:
Als nächstes standen die Gletscher auf der Südinsel auf dem Plan, also ging es nach Franz Josef zum gleichnamigen Gletscher. Mit einer Gruppe und Spikes an den Schuhen gings dann rauf auf den Gletscher, nicht sonderlich weit, aber weit genug um mal einen kleinen Eindruck zu erhalten.
Die Gletscher im Rücken ging es dann durch die Alpen nach Queenstown, eine Stadt, die vor allem für ihr ausuferndes Angebot an Extremsportarten bekannt ist, und von dort zur vorletzten Station – nach Christchurch. Christchurch soll die wohl englischste Stadt in ganz Neuseeland sein, was sehr nachvollziehbar ist, geht man dort so durch die Straßen.
Doch auch der entspannteste Urlaub geht mal vorbei, am 21. Dezember brach ich die Zelte in Christchurch ab, flog nach Auckland, um dort einen Tag später nach Bangkok zu fliegen.
Dort hatte ich einen sehr langen Aufenthalt, zudem einen nächtlichen, sodass ich diese Zeit nicht auf dem Flughafen, sondern in einem Hotel verbrachte. Ausgeruht ging es am nächsten Tag zurück nach Frankfurt.
Der Flug Thailand – Deutschland war der amüsanteste. Stellt Euch ein Flugzeug voll mit mehr oder weniger heiratswilligen Männern vor, die braungebrannt von ihren “Bootstouren” in Thailand zurückkehren. Neben zwei derartigen Exemplaren hatte ich das Vergnügen, meinen 12stündigen Flug zu verbringen. Innerlich war es mit meiner Beherrschung vorbei, als er das Buch “Thailand-Fieber” (“…Sie haben ein tolles thailändisches Mädchen kennengelernt?…!) auspackte und darin zu lesen begann. Aber zugegeben: praktische Lektüre, dieser Schmöker ist der perfekte Berater für junge, “verliebte” germano-thailändische Pärchen. Auch mit der normalsten Frage/ Problem wird sich auseinander gesetzt, sodass am Ende alle Unklarheiten ausgeräumt sind (“Muss ich mich als Prostituierte fühlen?”, “Warum ist er so geizig?”, etc.). Noch mit Lachtränen in den Augen verließ ich schließlich das Flugzeug.
Die 50stündige Reise war endlich vorbei, als ich am Morgen des Heiligabend in Dresden aus dem Zug stieg. Hinter mir lag ein schöner Urlaub in einem sensationellen Land.
Der erste Kiwi ist schon handlich abgepackt und verstaut…
Dezember 14, 2009
Heute gibt’s mal weniger zu lesen, dafuer mehr aufs Auge. Hier ein paar Bilder vom Ende der Welt und mir…
Das wars erstmal von mir, morgen gehts auf den Franz Josef Gletscher, mal sehen, wieviel der aushaelt…
Liebe Gruesse!!!
Ozonloch schafft Sonnenbrand
Dezember 8, 2009
Irgendwann werde ich hier auf der Strasse nochmal toedlich verungluecken, beim Ueberqueren der Fahrbahn gucke ich generell in die falsche Richtung, ob sich ein Auto halsbrecherisch naehert. Warum fahren sie hier auch auf der falschen Seite der Strasse?
Ich lebe immer noch, auch die Vulkanwanderung im Tongariro Nationelpark (wir erinnern uns: Mt. Doom aus Lord of the Rings) habe ich ueberstanden, wenn auch mit schmerzenden Gliedmassen.
Auch die uebringen Gefahren hier sollte man nicht unterschaetzen, ein kurzer Aufenthalt in der Sonne wird schon unvergesslich durch das folgende Ziehen und Brennen des Skalpes. Aber was einen nicht umbringt… und wenigstens die anderen haben etwas zu lachen.
Im Moment befinde ich mich Naehe Wellington, von wo aus ich uebermorgen mit der Faehre auf die Suedinsel uebersetzen werde, um dort weiterzuflitzen. Auf dem Programm stehen noch die Weinregion in Marlborough, Strand, Gletscher und schliesslich Christchurch, von wo ich am 21. Dezember wieder nach Auckland zurueckfliege.
Gehabt Euch wohl!
Noch kein Kiwi in Sicht
Dezember 2, 2009
Nach einer ewigen Reise, die man seinem schlimmsten Feind nicht wuenscht, bin ich endlich am Ende der Welt angelangt. Ich muss jetzt ganz nah am Rand der Erdscheibe sein, aufs Meer werde ich mich daher nicht trauen, aus Angst, runterzufallen.
Der erste Flug von Frankfurt, der 10 Stunden dauerte, verging sehr schnell. Auch mein deutscher Nachbar, der sich die ganze Zeit auf franzoesisch mit mir unterhalten wollte, konnte mich nicht vom schlafen abhalten. In Bangkok angekommen, versuchte ich irgendwie die 7 Stunden Wartezeit rumzukriegen, mit Kaffeetrinken, in der Gegend rumlungern bzw. rumtrotten. Endlich ging es aber auch von dort wieder los, ins Flugzeug nach Auckland. Auch hier hoffte ich auf einen langanhaltenden Schlaf, wie beim ersten Flug, doch das Multimedia-Angebot war zu umfangreich, sodass ich mir in den folgenden 11 Stunden meinen Schlaf mit fuenf Filmen raubte. “Wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man Spass hat… ” So auch diesmal…
Endlich kam ich in Auckland an, musste aber auch hier am Flughafen noch eine gefuehlte Ewigkeit warten, diesmal vornehmlich in Warteschlangen, erst bei der Passkontrolle, dann bei der Biosicherheit (da Neuseeland eine Insel ist, will man sich hier vor allen schaedlichen Einfluessen schuetzen: Essen, Pflanzen und Dreck duerfen nicht eingefuehrt werden, sodass ich freundlicherweise meine Wanderschuhe vom Dreck befreit wieder ausgehaendigt bekam.
Danach gings gleich ins Hotel, wo ich versuchte mein Schlafdefizit der vergangenen 48 Stunden nachzuholen.
Heute, also Mittwoch, ging’s gleich raus an die frische Neuseeland-Grossstadt-Luft, um mal vom Wetter so richtig enttaeuscht zu werden: Regen! Also gleich ins Kino, um trocken zu bleiben. Doch irgendwann geht auch der laengste Film zu Ende, auch die Zeit im Internetcafe ist endlich, sodass ich mich gleich wieder ins Wetter hinaustrolle.
Ihr seht, ich habe Spass und lebe noch!
Bis bald!













